In zwei Wochen fährt der Profi-Radsport durch unser Wohnzimmer. Die Tour de Suisse macht am 19. Juni Halt in Bad Ragaz – eine Stunde von Appenzell. Und vier Wochen danach, am 18. Juli, fahren die besten Rennvelo-Fahrer der Welt durchs Elsass. Mulhouse, Grand Ballon, Ballon d'Alsace, Lepuix, Col du Haag, Le Markstein. Ich bin dabei. Direkt über Basel, zwei Stunden Fahrt.
Das sind die besten sechs Wochen des Jahres für alle die diesen Sport lieben. Hier mein Überblick – was ansteht, wo du live dabei sein kannst, und warum ich das Jahr 2026 im Radsport für besonders halte.
Tour de Suisse 2026: Erstmals Frauen und Männer gemeinsam
Die 89. Tour de Suisse findet vom 17. bis 21. Juni statt – und bringt dieses Jahr eine echte Premiere: Erstmals fahren Männer und Frauen parallel, an denselben Etappenorten, am selben Tag. Fünf Tage, fünf Orte, zwei Rennen. Das ist ein Konzept das mich begeistert – weil es den Frauenradsport auf dieselbe Bühne stellt, ohne Kompromisse.
Die Etappenorte: Start am 17. Juni in Sondrio (Italien), dann Locarno im Tessin, Bad Ragaz im Kanton St. Gallen, Aarburg im Aargau – und das Finale am 21. Juni in Villars-sur-Ollon in den Waadtländer Alpen. 634 Kilometer, kompakt, intensiv.
Irenas Notiz: Bad Ragaz am 19. Juni – das ist eine Stunde Autofahrt von Appenzell. Die Etappe startet und endet dort. Kein langer Anreiseaufwand.
Was die Tour de Suisse sportlich spannend macht
Das neue Format polarisiert etwas – fünf Tage statt der gewohnten acht, Rundkurse statt klassischer Etappenorte. Aber sportlich ist die Strecke alles andere als zahm. Die Königsetappe in Villars-sur-Ollon bringt 4226 Höhenmeter auf 151 Kilometern. Das ist kein Sonntagsausflug.
Dazu das Zeitfahren am 20. Juni in Aarburg – 23,8 Kilometer, klassisches Rouler-Terrain im Kanton Aargau. Wer nach vier Tagen vorne liegt, muss hier verteidigen. Wer zurückliegt, greift an. Solche Tage sind für Zuschauer Gold – du siehst jeden Fahrer einzeln, die Abstände werden direkt spürbar.
Tour de France 2026 – Etappe 14: Das Elsass ruft
Samstag, 18. Juli. Etappe 14. Start in Mulhouse, Ziel Le Markstein – 155 Kilometer quer durch die Vogesen, über 3800 Höhenmeter. Das ist die Etappe die ich live sehe. Und zwar in Lepuix, direkt am Ballon d'Alsace, auf dem Weg zum Col du Haag.
Die Route führt von Mulhouse über den Grand Ballon, dann hinunter nach Kruth, über den Col du Page und Ballon d'Alsace – und genau dort, in Lepuix, biege ich ein. Danach folgt der Col du Haag, der spannendste Anstieg dieser Etappe: 11,2 Kilometer bei 7,3 Prozent Durchschnitt, mit Passagen bis 19 Prozent. Tour-Direktor Christian Prudhomme hat ihn als "Juwel des Parcours 2026" bezeichnet. Das Rennen dürfte spätestens dort explodieren.
Irenas Notiz: Lepuix liegt direkt an der Strecke, eine gute halbe Stunde von der Schweizer Grenze bei Basel. Zwei Stunden Fahrt von Appenzell.
Warum diese Elsass-Etappe besonders ist
Le Markstein ist kein unbekannter Name. 2023 gewann Pogacar dort eine Etappe im Sprint aus einer Ausreissgruppe – Vingegaard sicherte sich an jenem Tag den Gesamtsieg. Dieses Jahr kommen die Profis von einer anderen Seite und fahren den Gipfel zweimal: einmal in der Mitte der Etappe, einmal als Zielankunft. Nach einem vollen Tag im Sattel und dem Col du Haag in den Beinen wird das eine andere Besteigung sein als 2023.
Die Vogesen sind Kletterterrain das Schweizer Fahrer:innen kennen – nicht die hohen Alpen, aber fordernd auf eine eigene Art. Steile, kurze Rampen, wechselndes Profil, keine langen Pässe zum Einrollen. Wer im Appenzellerland oder im Vorarlberg zuhause ist kennt dieses Gefühl.
Wie du selbst hinkommst
Für Schweizer Fahrer:innen ist die Elsass-Etappe vielleicht die zugänglichste Tour-Möglichkeit überhaupt. Basel ist praktisch auf der Strecke – von dort aus bist du in unter einer Stunde in Mulhouse und nochmals 30–40 Minuten bis zu den relevanten Anstiegen. Frühzeitig fahren: Die Strassen werden gesperrt. Parkieren ausserhalb und zu Fuss oder mit dem Velo zum Streckenabschnitt gehen.
Tipp: Den Ballon d'Alsace oder den Col du Haag als Zuschauerort wählen – dort siehst du die Profis langsam genug um Gesichter zu erkennen, die Abstände im Feld zu lesen und den Moment wirklich zu erleben. Am Ziel in Le Markstein ist es voll. An den Anstiegen davor ist es schöner.
Irenas Notiz: Ich nehme warme Schichten mit – auch im Juli kann es auf 1200 Metern in den Vogesen frisch werden. Snacks und genügend Getränke nicht vergessen.
Die Wochen danach: Alpe d'Huez
Nach der Elsass-Etappe kommen die Alpen. Etappe 19 und 20 enden beide auf dem Alpe d'Huez – erstmals seit 2022 wieder im Programm, und gleich doppelt. Das dürfte die Entscheidung im Kampf ums Gelbe Trikot bringen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch in der Spitzengruppe ist, wird dort gezeigt was er kann.
Ich fahre nicht hin – Lepuix ist Plan. Aber ich verfolge es sehr genau.
Das Set für die Sommersaison
Diese Wochen sind die Wochen wo man selbst mehr fährt. Die Profis auf den Pässen sehen und am nächsten Morgen selbst aufs Rennvelo steigen – das ist eine Motivation die sich schwer beschreiben lässt, aber jede:r kennt der diesen Sport liebt.
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